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17.06.2012 - Pressemitteilung

Gedenkstunde für die Opfer des 17. Juni 1953 –
Couragierte Hallenser_innen verhindern Missbrauch des Gedenkens

Anlässlich des Gedenkens an die Opfer des 17. Juni 1953 veranstaltete die Stadt Halle eine Gedenkstunde im Roten Ochsen. Vertreter_innen der Stadtverwaltung, der Opferverbände und der im Stadtrat vertretenen Parteien begingen die Gedenkveranstaltung mit einer Kranzniederlegung.


Andreas Karl, Oberbürgermeisterkandidat der neonazistischen NPD, betrat zu diesem Anlass ebenfalls den Roten Ochsen, Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus und des Stalinismus.

Am 17. Juni 1953 ereignete sich ein Aufstand der Arbeiter_innen in der DDR, der unter anderem durch die Forderungen nach freien Wahlen und Rücknahme der Normerhöhungen getragen wurde. Auf dem Hallmarkt kamen an diesem Tag ca. 60.000 Menschen zusammen, die für ihre Freiheits- und Menschenrechte demonstrierten. Der Aufstand wurde durch das Eingreifen der Roten Armee blutig niedergeschlagen.

Bereits seit Jahren versucht die NPD diesen Tag für ihre propagandistischen Zwecke zu instrumentalisieren und zu einem Ereignis in ihrem Sinne umzudeuten. Ganz in dieser Tradition kann Andreas Karls Zwischenruf gelesen werden, der während des Redebeitrags von Waltraud Thiele (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) lautstark „Verrat“ skandierte.

Die Initiative „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ wertet den Auftritt Karls als bewusst gewählte Provokation und versuchte die Schädigung des Gedenkens an die Opfer des 17. Juni 1953 zu verhindern.

1953 sind Menschen auf die Straße gegangen, um sich der politischen Unterdrückung entgegenzustellen und ihre Freiheitsrechte einzufordern. Andreas Karl vertritt jedoch genau jene Kräfte in der deutschen Gesellschaft, die politische Unterdrückung propagieren und Hass gegen Menschen schüren. Aus diesem Grund begrüßen wir das couragierte Eingreifen von halleschen Bürger_innen, die Karls Blumengebinde entfernten und sich dem Missbrauch des Gedenkens an den 17. Juni 1953 entgegenstellten.

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