Hintergründe, Akteur:innen und Einordnung einer extrem rechten Buchmesse

Die Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle gilt als Treffpunkt für Akteur:innen aus dem extrem rechten und neurechten Spektrum. Verlage, Autor:innen und Netzwerke nutzen solche Veranstaltungen, um ihre Inhalte zu verbreiten, Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig zu stärken. Die hier zusammengestellten Hintergrundinformationen, Medienberichte und Analysen sollen einen Überblick über die Veranstaltung und ihre Akteur:innen geben. Sie dienen als Grundlage für weitere Recherchen und eine kritische Auseinandersetzung mit Ideologie, Netzwerken und Strategien der extremen Rechten.

Antifa Zeitenwechsel

Auswertung: Die faschistische Buchmesse in Wahrnehmung und Realität

https://antifa-zeitenwechsel.jimdosite.com/auswertung-buchmesse/

Übersicht rechter und extrem rechter Verlage auf der Messe:

https://antifa-zeitenwechsel.jimdosite.com/broschuere-zu-rechten-verlagen/

 

Artikel zur Messe 2025

1.

Die Zeit 9. November 2025
Und abends singen sie „Kein schöner Land“
In Halle treffen sich rechte Verlage zu einer eigenen Buchmesse. Gauland, Köppel, Matussek, Tichy – die komplette Szeneprominenz ist da. Wir gehen auch rein

https://www.zeit.de/kultur/literatur/2025-11/buchmesse-seitenwechsel-halle-rechtsextremismus-verlage-antaios-compact/komplettansicht

http://archive.today/EptdJ

2.

SZ 9. November 2025
„Wir Rechten sind Individualisten“
Die rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle gerät zum logistischen Durcheinander. Auch Überraschungsgast Alexander Gauland kann die Besucher nicht mit der langen Schlange vor dem Würstchenstand versöhnen. Ein Besuch.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/rechte-buchmesse-seitenwechsel-alexander-gauland-gloria-von-thurn-und-taxis-schlecht-organisiert-li.3329509?reduced=true

http://archive.today/WbIBd

3.

TAZ, 10.11.2025
Ihre Waffen bleiben andere
In Halle fand die erste rechte Buchmesse statt. Nazis und Coronaleugner, Rentnerinnen und missverstandene Freigeister ließen sich das Programm schmecken.

https://taz.de/Rechte-Buchmesse-Seitenwechsel/!6124393/

4.

Spiegel, 10.11.25
Ideologie in verdaulichen Häppchen
In Halle (Saale) treffen sich rechte Autoren, Autorinnen und Verlage zu einer eigenen Buchmesse. Und geben sich handzahm.

https://www.spiegel.de/kultur/rechte-buchmesse-seitenwechsel-mit-bockwuersten-gegen-das-regime-a-58827fe2-f27b-4d6c-a497-3a200f812880

http://archive.today/iSvDJ

5.

FAZ, 09.11.2025
Volksfront überm Büchertisch
Organisierter Angriff auf den Rechtsstaat: Wie Wertkonservative, Rechte und Rechtsextreme sich unter dem Vorwand der Kultur während der Büchermesse „Seitenwechsel“ in Halle an der Saale am Wochenende in den Armen lagen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/rechte-buechermesse-in-halle-accg-110772392.html

http://archive.today/nFenr

6.

Börsenblatt, 10. November 2025
Gemeinsam WIR und Heiligsprechung von Susanne Dagen
10. November 2025
Nils Kahlefendt
Halle war am vergangenen Wochenende Schauplatz der rechten Büchermesse SeitenWechsel – und des WIR-Festivals, mit dem sich die Zivilgesellschaft gegen die Veranstaltung abgrenzen wollte

https://www.boersenblatt.net/news/gemeinsam-wir-und-heiligsprechung-von-susanne-dagen-397663

http://archive.today/hlIG6

7.

Endstation Rechts, 12. November 2025
„Zu viel am BRD-Saft genippt“
Am vergangenen Wochenende lockte die rechte Buchmesse “Seitenwechsel” mehrere tausend Menschen nach Halle an der Saale. Im Vorfeld waren zwei neonazistische Verlage ausgeschlossen worden, doch von einer Distanzierung zur äußersten Rechten war nichts zu spüren.

https://www.endstation-rechts.de/news/rechte-buchmesse-seitenwechsel-zu-viel-am-brd-saft-genippt

8.

KinderundJugendmedien.de, 21.11.2025
Der Hölle in den Schlund geschaut?
Dr. Stefanie Granzow und Prof. Dr. Michael Ritter (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) haben  die ‚alternative‘ Buchmesse SeitenWechsel in Halle (Saale) besucht und sich ein Bild gemacht. In ihrem Bericht dokumentieren sie ihre gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse, reflektieren  analytisch und ordnen ein.

https://www.kinderundjugendmedien.de/aus-der-redaktion/7580-der-hoelle-in-den-schlund-geschaut-wassermonster-oder-zuckerwatte-ein-bericht-von-der-buchmesse-seitenwechsel-2025-in-halle-saale

9.

TAZ 7.11.2025
Mit Kästner gegen „Compact“ und Kubitschek
Das „Wir-Festival“ in Halle will ein Zeichen für den Zusammenhalt der Gesellschaft setzen. Am Wochenende soll es eine rechte Buchmesse überstrahlen.

https://taz.de/Protest-gegen-rechte-Buchmesse/!6127682/

10.

Tagesschau, 10.11.2025
Rechtsextreme Inhalte werden in Halle salonfähig
Die Buchmesse Seitenwechsel stand schon vor dem Start heftig in der Kritik. Prominente Namen wie Hans-Georg Maaßen und Uwe Tellkamp sowie rechtsextreme Verlage waren am Wochenende Programm. In der Stadt formierte sich breiter Protest

https://www.tagesschau.de/kultur/buchmesse-seitenwechsel-proteste-100.html

Artikel zu Gießen

Auch in Gießen betreibt die Zwerenz-Gruppe die Messe in den Hessenhallen. Die Vermietungspraxis an extrem rechte Akteuren führt zu Protest aus aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die auch für Halle beispielhaft sein können:

1.

FAZ, 27.01.2026
Nach Vermietung an AfD:
Messe Gießen verliert weitere Kunden.

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/wegen-afd-jugendtreffen-messe-giessen-verliert-weitere-kunden-accg-200475032.html

http://Archive-Link: https://archive.ph/M19HM

2.

Gießener Anzeiger
, 23.01.2026
Lebenshilfe Gießen boykottiert Messe wegen AfD-Veranstaltung dauerhaft

https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/lebenshilfe-giessen-boykottiert-messe-wegen-afd-veranstaltung-dauerhaft-94137387.html

3.

Gießener Anzeiger
, 28.01.2026
OB Becher warnt vor Imageschaden


https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/ob-becher-warnt-vor-imageschaden-durch-abkehr-von-der-messe-giessen-94142665.html

4.

FAZ, 18.11.2025

„Messe Gießen muss nicht an die AfD vermieten“


https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/jura-professor-messe-giessen-muss-nicht-an-die-afd-vermieten-110784964.html

https://archive.ph/GuTB9

Kinder- und Jugendarbeit – unverzichtbar für die demokratische Gesellschaft

Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage unterstützt Protest der Jugend- und Sozialeinrichtungen
 
Seit Monaten ist die Finanzierung der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit in Halle (Saale) gefährdet. Nun steht die Schließung von Einrichtungen wegen ausbleibender Zahlungen durch die Stadt Halle akut bevor. Der Stadtjugendring Halle (Saale) ruft deswegen für Mittwoch zu einer Kundgebung auf. Halle gegen Rechts-Bündnis für Zivilcourage unterstützt diesen Protest und erklärt:

Die Schließung von Einrichtungen und die damit wegbrechende Kinder- und Jugendarbeit wären eine Katastrophe für die Menschen in unserer Stadt. Mit einem Wegfall der Angebote, die seit vielen Jahren in den Stadtteilen und insbesondere in Quartieren mit gravierenden sozialen Problemen entscheidende Ankerpunkte für Kinder, Jugendliche und Familien sind, droht essentielle soziale und demokratische Infrastruktur wegzubrechen. Wenn Kinder, Jugendliche und ihre Familien diese Anlaufstellen verlieren, verlieren sie Orte, an denen Beteiligung und Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, Beratung und Unterstützung, Vielfalt und Respekt konkret erlebbar sind.

Diese Werte sind keine Nice-to-haves, sie sind entscheidende Voraussetzung einer demokratischen Gesellschaft. Sie sind die tragende Säule von Prävention – sowohl in Bezug auf Jugendkriminalität, als auch in Bezug auf die Entwicklung demokratiefeindlicher Einstellungen. Beides gibt ohnehin seit Jahren nicht nur Grund zur Sorge, sondern vor allem zum Handeln: Jugendkriminalität eskalierte in den letzten Jahren immer wieder und hat die Stadt- und Landespolitik massiv beschäftigt. Prävention und sichere Orte für Kinder und Jugendliche wurden stets als Schlüssel im Kampf gegen Jugendkriminalität und Gewalt bezeichnet.

Seit geraumer Zeit versuchen extrem rechte Jugendgruppen nicht nur, Einfluss auf Jugendliche zu gewinnen – sie sind eine reale Bedrohung für alle, die sie als Feinde markieren. Die extreme Rechte erstarkt seit Jahren und mit der Landtagswahl droht eine Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt.

„Wer Kinder- und Jugendeinrichtungen zur Disposition stellt, schafft Erfolgsbedingungen für die extreme Rechte, verschärft soziale Probleme und Abgehängt Sein und schwächt die demokratische Gesellschaft.“ so Magdalena Gatz, Sprecherin des Bündnisses. Wenn Einrichtungen wie Grüne Villa, Blauer Elefant und viele weitere wegbrechen, stehen nicht nur ihre Träger vor dem Aus, sondern es droht auch ein nicht wieder gut zu machender Verlust von Fachkräften, der Halle nachhaltig schaden wird. Vor allem aber verlieren Kinder, Jugendliche und ihre Familien zentrale Anlaufpunkte. Mit dem Welcome-Treff und anderen Projekten drohen zudem wichtige Integrations- Bausteine, Unterstützung für Senior*innen und zahlreiche Sportangebote wegzufallen. „Das würde Halle massiv schaden und muss abgewendet werden. Stadt, OB und Stadtrat müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und die Finanzierung sichern.“ so Magdalena Gatz weiter.

Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage unterstützt die Aufrufe des Stadtjugendrings und zahlreicher Träger der Kinder- und Jugendarbeit. Das Bündnis ruft dazu auf, die Kundgebung des Stadtjugendrings am Mittwoch, 25.02. 2026 um 13 Uhr auf dem Marktplatz zu besuchen und sich dem Protest anzuschließen.

Erinnerung und Solidarität am sechsten Jahrestag des Anschlags in Halle (Saale)

Am Donnerstag  jährt sich zum sechsten Mal der rechsterroristische, antisemitische und rassistische Anschlag vom 9. Oktober 2019 / Jom Kippur 5780. In Halle (Saale) werden eine Reihe Gedenkveranstaltungen stattfinden, Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage bietet online eine Übersicht. Das Bündnis ruft zur Beteiligung am Gedenken auf und zu Solidarität mit den Angehörigen der Ermordeten, den Überlebenden und Betroffenen des Anschlags sowie der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) und dem TEKiEZ. Es fordert zugleich verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für die Gedenkveranstaltungen am Jahrestag.

  „Erinnerung und Solidarität am sechsten Jahrestag des Anschlags in Halle (Saale)“ weiterlesen

Nach Flucht vor der Haft: Bündnis fordert Aufklärung von Behörden im Fall Liebich

Am gestrigen Tage sollte Marla Svenja Liebich, bundesweit bekannt als Neonazi Sven Liebich, eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten in der JVA Chemnitz antreten. Doch Liebich erschien nicht in der Haftanstalt, wie die für die Strafvollstreckung zuständige Staatsanwaltschaft Halle gegenüber Medien bestätigte. Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage fordert nun Aufklärung von den zuständigen Behörden.

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